War den ganzen Tag über in Potsdam unterwegs. Eine wirklich schöne Stadt, besonders gut hat mir das holländische Quartier mit seinen vielen kleinen Läden und das Belvedere und der „Neue Garten“ gefallen.
Die alte Parkanlage zwischen den Schlössern Sanssouci, dem Neuen Palais und dem Charlottenhof ist sehr sehenswert. Weniger sehenswert hingegen ist meiner Meinung nach das Innere des Schlosses Sanssouci. Mal abgesehen davon, dass dieses Schloss weltberühmt ist, hat es wenig zu bieten. Wer so wie ich schon in etlichen Schlössern war, der wird die Ernüchterung teilen, wenn man nach 20-30 Minuten wieder draußen ist. Ich kenne selbst kleine fürstliche Sommersitze in Süddeutschen, die schöner ausgestattet waren, ganz zu schweigen von den großen Schlössern, mit denen sich Sans S. unberechtigterweise vergleicht. Selbst an einen eher ruhigen Tag wie heute stand man länger an der Kasse in der Schlange als man für das Durchlaufen des Schlosses brauchte. Dazu muss man für alles noch mal Extra-Eintrittsgeld zahlen, obwohl irgendwie an kaum einem Tag auch wirklich mal alles offen hat. Ein älterer Herr, der ähnlich enttäuscht war, meinte, das Verbot die eigenen Fotos vom Inneren des Schlosses zu veröffentlichen diene wohl hauptsächlich dazu, zu verhindern, dass die Leute im Vorwege erkennen, dass es die rund 19 € nicht wert sind. Die sonst sehr nützliche „Welcome Berlin“-Karte nützt einem in Potsdam leider an den wichtigen Stellen nichts.
Ich würde daher empfehlen, sich das Geld und die Wartezeit zu sparen und nur den Park und die Gebäude von außen anzuschauen. Sehr schön ist auch der Neue Park weiter nördlich. Auf dem Weg dorthin kann man sich auch gleich noch die Überreste der russischen Kolonie Alexandrowska anschauen. In diesem Landschaftspark ist auch das Marmor Palais und das Schloss Cecilienhoff zu finden, in dem die Potsdamer Konferenz der Alliierten stattgefunden hatte. Über einen Querweg kann man auch zum Pfingstberg und dem weitestgehend fertig restaurierten Belvedere aufsteigen. Ein sehr lohnswerter Ausflug, die Anlage selber und die Aussicht vom Turm sind sehr schön. Ich stehe der ECE und ihren 08/15 Einkaufzentren ja etwas kritisch gegenüber, aber durch ihre Unterstützung der Restaurierung dieser Anlage haben sie mal ein paar Punkte bei mir gut gemacht.
Auf dem Rückweg habe ich mir dann die Innenstadt angeschaut. Sehr gut gefallen hat mir dabei die Stimmung und das Ambiente des Holländischen Viertels mit all seinen kleinen Läden. Die Nikolai-Kirche ist von außen imposanter als von Innen, liegt jetzt aber an der Baustelle für den neuen Landtag.
Wer nur wenig Zeit hat, der kann sich einer der Stadt-Rundfahrten anschließen und hat dann wirklich das meiste gesehen, teilweise sind auch Babelsberg und Glienicke mitumfasst. Ich bin trotzdem wie immer zu Fuß gelaufen. Am späten Nachmittag bin ich dann mit der S 7 wieder nach Berlin zurück gefahren, was sehr gut geht und nicht mal 2 € kostet.
Am Abend hat es dann auch noch mit dem Berliner Dom geklappt, zuvor war er ja wegen Messen oder Konzerten geschlossen gewesen. Schöne Kirche und in einem recht guten Erhaltungszustand. Empfehlenswert ist auch der Abstieg in die Hohenzollern Gruft. Zwar wirkst der Raum wie eine Tiefgarage für Särge aber die Zusammenstellung der div. Sarkophage ist trotz der Kälte des Raums schon sehr ungewöhnlich und damit interessant. Auf den Turm bin ich nicht mehr gestiegen, dazu hatte ich einfach keine Lust mehr.