Kuala Lumpur ist ja bestrebt das Shopping Center Asiens zu werden. Der Zustrom von kaufwütigen Besuchern aus allen Teilen Asiens, Arabiens und der übrigen muslimischen Welt ist jetzt schon gegenüber den normalen Touristen dominant. Für Deutsche lohnt es sich aber kaum hier einzukaufen, besonders dann nicht, wenn man bei der Einreise nach Deutschland auch noch Zoll darauf zahlen soll. Bestenfalls einheimische Produkte lohnen sich nach ausgiebigem Feilschen noch. Markenprodukte gleich welcher Art sind in Deutschland genauso teuer und man zahlt weder Zoll noch Übergepäck.
Einige Sachen sind sogar noch deutlich teurer als in Deutschland. Bei Alkohol und verderblichen Wahren aus Europa (feinste Pralinen werden hier täglich zweimal eingeflogen und ähnliche Marotten für die Superreichen) ist dies klar, aber auch Bücher sind recht teuer. Wobei sich der Markt an Büchern in malaiischer Sprache (Bahasa Makaysia) ausgesprochen klein ausnimmt, die Masse der Bücher ist auf Englisch. Einheimische Bildbände über Malaysia sind durchweg auf das hiesige Farbempfinden abgestimmt, die Bilder häufig in Pastelltönen nachbearbeitet. Die Spitze in Sachen Preisunterschiede ist aber im Geschäfft neben an zu finden, wo man CDs, DVD und Blue-Rays kaufen kann. Bei Preisen von 50 € für eine normale Blue-Ray, 35 € für eine DVD und CD wurde mir sofort klar, warum der Markt mit Raubkopien in Asien derart boomt. Das haben die sich ja bei uns nicht mal in der wildesten Zeit getraut. Kein wunder, dass die „Kunden“ in diesen Läden überwiegen mit ihren Handys in der Hand die Barcodes von sie interessierenden Produkten abscannen. Barcodes werden hier nicht nur von Geschäfften benutzt, Kinder geben auf Wunschzetteln sogar gerne gleich den Barcode des ersehnten Produktes mit, damit es auch ja das richtige ist. Auf diese aus Japan kommende Vorgehensweise haben sich hier auch die Internet-Shops eingerichtet. Man kann nach jedem Produkt anhand des Barcodes suchen. Eine Software zum Lesen von Barcodes haben hier die meisten Handys standardmäßig eingebaut. Je nach Einstellung wird dann auch sofort ein Preisvergleich für das entsprechende Produkt aus dem Internet geladen oder eben der Download des entsprechenden Produktes auf dem heimischen PC begonnen, denn die hiesige Raubkopier-Community nutzt den Barcode natürlich auch.
Shopping-Malls gibt es in KL in jeder Preisklasse und für jede Zielgruppe, von Luxus pur im Pavailion bis hin zu eher zwielilchtigen Ladenpassagen, wo allerhand angeboten wird, was offiziell nicht über die Ladentheke gehen dürfte, von Produkten der Markenpiraterie bis Diebesgut. Diebesgut ist hier sogar teurer als die Markenpiratiereware, da es sich ja um Originalwaren handelt.
Shopping-Mals dominieren hier aus zwei Gründen die Einkaufsszene. 1.) sind sie regensicher – großer Vorteil hierzulande und 2.) gehen die Malaiien selber gerne stundenlang gucken, einkaufen steht dabei nicht wirklich im Vordergrund. Aber Schnäppchen werden mitgenommen. Jeder kennt eigentlich jedes Shopping-Center und nutzt sie als Navigationsmarken, so nutzt hier auch keiner die höchsten Häuser mit ihren Namen, sondern eher die Namen der Shopping-Malls, die sich in ihnen befinden.