Unser letzter ganzer Tag hier in Malaysia. Heute ist Feiertag und das Wetter ist bislang dementsprechend. Daher werde ich jetzt gleich auch auf die Jagd nach noch ein paar verbliebenen Fotomotiven gehen, denn am Nachmittag soll es dann doch regnen.
Gestern war unser letzter Tag im Büro von AO Malaysia. Wir haben noch ein letztes Mal das normale Training durchgezogen und konnten üben, was die Kollegen ab 1. Dezember tun sollen, so man ihnen denn grünes Licht hierfür gibt. Da die juristischen Probleme eher größer denn kleiner geworden sind, sieht es aber nicht wirklich danach aus. Dies ist sehr schade, die Kollegen haben sich sehr ins Zeug gelegt und wollen starten. Und wir haben uns auch bemüht das Projekt zum Fliegen zu bringen. Da steht jetzt also durchaus einiges an Frust an, wenn es auf Eis gelegt wird. Trotzdem haben wir uns sehr nett von allen Verabschiedet, in der Hoffnung, den ein oder anderen bei einer Fortsetzung des Projektes in KL oder bei einem anderen Projekt von ihnen in Europa wieder zu sehen.
Nach unserer Rückkehr ins Hotel, sind wir erstmal Essen gegangen. Zur Feier des Tages haben wir uns richtig was gegönnt, Steak Sirloin vom Kobe-Rind. Okay, für den Rechnungsbetrag haben wir sonst eine ganze Woche gegessen, aber man muss auch mal etwas Besonderes machen. Heute steht ein letzter langer Fotospaziergang durch KL und dann Kofferprobe-Packen an, irgendwie kommt ja doch mehr nach Nürnberg mit, als vorher nach KL. Hoffentlich kommt noch alle Wäsche von heute rechtzeitig von der Reinigung zurück, sonst wird es etwas kompliziert.
In Malaysia und den meisten anderen islamischen Staaten ist heute Feiertag, Hari Raya Aidiladha. der Tag an dem der Haddsch beginnt, jene Pilgerreise, die jeder Muslim einmal in seinem Leben unternommen haben soll. Bedürftigen wird hierbei durch Spenden und speziell für sie organisierten Pilgerreisen geholfen. Allerdings lässt sich auch der ein oder andere Politiker gerne mal die Pilgerreise bezahlen, was natürlich hier für einige Verärgerung sorgt, denn so schlecht verdient ein Politiker nicht, dass er diese einmalige Reise nicht selber bezahlen könnte. Die Pilgerreise führt aber nicht nur nach Mekka, in die Große Moschee mit ihren neun Minaretten und dem Kaaba genannten heiligen, schwarzen Felsen, vielmehr ist dies nur der Anfang und das Ende der aus sechs Etappen bestehenden Pilgerreise. Nachdem der Gläubige die Kaaba zu Beginn seiner Reise sieben mal umrundet hat, führt ihn sein Weg nach Mina, wo er betet und den Koran liest. Die nächste Gebetsstation ist dann Arafat, wo einst der Probet Mohammad seine letzten Gebete sprach. Daher betet dort der Pilger vom Mittag bis zum Sonnenuntergang. An der vierten Station in Muzdalifah sammelt der Pilger dann 49 Steine, mit denen er an der fünften Station an der dreitägigen, rituellen Steinigung des Teufels, symbolisiert durch drei Steinsäulen in Mina teilnimmt. Danach kehrt er schließlich nach Mekka zurück und umrundet in der Großen Moschee erneut den Kaaba siebenmal. An- und Abreise für die ca. 2,5 Millionen Pilger erfolgt meist über den Flughafen in Jeddah, welches ja gerade durch einen unerwartet heftigen Regenschauer unter Wasser gesetzt wurde. Dies dürfte den Pilgern und 100 000 Sicherheitskräften und 20 000 medizinischen Hilfskräften nicht gerade leichter gemacht haben. Man hat sich zwar gut auf Massenpaniken und eine Grippewelle wegen H1N1 vorbereitet, aber die meisten Wüstenstädte haben halt keine für solche seltenen Regengüsse ausreichend dimensionierte Stadtentwässerung.
Aber auch für alle, die nicht selber am Haddsch teilnehmen, ist sein Beginn ein großes Fest. Die Moscheen hier dürften übervoll sein, da viele zu solchen Anlässen in die großen, prächtigeren Moscheen in den Großstädten kommen. Das Hotel ist derzeit gut mit solchen Feiertagsgästen gefüllt. Passend zu all durch die Burka komplett verschleierten Frauen kommt hier ja gerade die Burka-Barbie auf dem Markt.